Hauptsonderschau der Seldschuken bei der 63. VDT-Schau in Ulm und SS in Leipzig

 

10 Jahre nach der Anerkennung unserer Rasse war wieder eine beachtliche Meldezahl von 82 Tieren zu verzeichnen. Die Hallen und die Unterbringung der Tiere waren sehr schön, das Gleiche das Einliefern und Aussetzen der Tiere, reibungslos und flott. Hier muss man die Ausstellungsleitung einfach loben. Leider war das Verhalten der AL zum Seldschuken-Club äußert beschämend, vermutlich waren sie mit Ihrer Aufgabe überfordert. Ein Preisrichter und die Sache wäre sehr einfach gewesen. Die 82 Seldschuken wurden aber auf 3 Preisrichter aufgeteilt. Zwei Wochen vor der Ausstellung wurde von unserem SV darauf hingewiesen, dass das für eine HSS nicht tragbar ist. Die Begründung der Ausstellungsleitung: „ wir haben keinen Sonderrichter gemeldet“. Rechtfertigend möchte ich sagen, wir hatten einen Sonderrichter gemeldet.  Dieser sagte aber bei unserem SV kurzfristig ab und wir konnten keinen neuen PR/SR nachmelden.

Alle verfügbaren PR/SR waren anderweitig verpflichtet. Wir hatten auch die AL geben, dass unser SV nach der Verpflichtung der PR informiert werden sollte. Dann hätten wir die Möglichkeit gehabt, wenn es erwünscht gewesen wäre, den zugeteilten PR z.B. unseren aktuellen Kommentar zum Standard zu übergeben. Das geschah selbstverständlich auch nicht! Über das Richten bei dieser Schau möchte ich mich als Zuchtwart dieser Rasse bei einer Richterin herzlich bedanken. Sie zeigte großes Interesse für unsere Tiere und informierte sich schon vorab über die Wünsche und Zuchtrichtung von unserem SV.  

Ein anderer Richter hatte einen Auftrag für 45 Tiere einer anderen Rasse und 44 Seldschuken bekommen. Alle 4 großen Sachpreise,  die er zu vergeben hatte, gingen auf die zuerst genannte Gruppe und auch nur drei Ehrenpreise wurden auf die Seldschuken vergeben. Ich bezeichne das als beschämend für einen Richter.

Erfreulich war, dass alle 4 Farbschläge bei unserer HSS vertreten waren. Im Großen und Ganzen stimmt der Trend im Typ und Farbe unserer Seldschuken. Hier wurde in den letzten Jahren viel erreicht. Natürlich haben wir noch einiges zum Verbessern, aber alles braucht seine Zeit. Ich bin dennoch sehr zuversichtlich, dass wir das auch noch schaffen werden.

Die 14 Schwarzen haben in diesem Jahr mächtig aufgeholt. Viele schöne Typen waren zu sehen, mit sehr guten Fächern. Diese müssen nicht gelegt sein, sie müssen oben geschlossen sein. Das ist meine Vorgabe und hier ist noch genügend züchterische Arbeit vorhanden! Gelbe Augen sollten bei der Ausstellung nicht zu sehen sein, ein Perlauge ist gefordert. Natürlich ist in der Farbe auch noch einiges züchterisch zu verbessern. Das Gleiche gilt auch bei den Schnäbeln. Diese sollen hell mit Stipp, kurz, leicht klobig und substanzvoll sein. Aber Altmeister ZG Fenz/Hammerschmid ist auf den richtigen Weg mit 2 x HV bei den Jungtieren.

Die Weißen, erstmals von zwei Ausstellern vertreten, sind in der Zucht auf den richtigen Weg. Sehr schöne Tiere in der gesamten Kollektion. Natürlich gilt auch für diesen Farbschlag: Der Schnabel ist zu verbessern, der Rücken nicht mehr länger und die Zehen wie bei allen Farbschlägen bedeckter. Leider wurde hier keine höhere Note als sg 95 vergeben. Der 1.0 a (siehe Foto) hätte allemal eine höhere Note verdient.

weiß
Seldschuke weiß, 1.0 alt
Ulm 2014,sg 95 SZ, Josef Ebner

 

Die 44 Eisfarbigen, der Paradefarbschlag. Mit den Höchstbewertungen  V97 für die ZG Fenzl/Hammerschmid, HV für J.Ebner und H. Döppert und sg 95E für F. Link. Leider wurde in dieser Gruppe äußert hart gerichtet. (8x g92) Den Wunsch im Rücken kürzer kann ich nicht teilen. Bei einigen Tieren würde ich sagen, im Rücken etwas länger und schwungvoller in den Fächer übergehend und das Halsgefieder glatter. Auch in dieser Gruppe sind wir auf den richtigen Weg. Die Farbe und vor allem der Typ ist schon sehr gut. Auch hier muss aber die Zehenbefiederung in den nächsten Jahren noch verbessert werden.

hammerschmid
Seldschuke, eisfarbig, 1.0
Ulm 2014, V97 SVE, ZGM Fenzl-Hammerschmid

24 Tiere von den Schwarzen mit weißem Fächer von 3 Ausstellern, das hätte vor 2 Jahren noch keiner gedacht. Viele gute Tiere in dieser Kollektion mit vielversprechenden Fächern. Nur im Ausbau und im Abschluss liegt noch züchterische Arbeit vor uns. Farblich waren diese Tiere schon sehr ausgeglichen, mit teilweise Grünglanz im Gefieder und mit einem guten Farbschnitt im Rücken. Hier hat sich einiges verbessert. In der Schnabellänge und Schnabelfarbe hätte ich jedoch noch Wünsche. Die guten Noten mit jeweils HV für ZG Fenz/Hammerschmid und H. Döppert sind verdient und zugleich ein Ansporn für die nächste Zucht- und Ausstellungssaison.

 

Deutsche Meister:

ZG Fenzl/Hammerschmid:     Seldschuken eisfarbig und schwarz

Hartmut Döppert:     Seldschuken schwarz mit weißem Fächer

Nach unserer HSS in Ulm war der zweite Höhepunkt dieser Saison unserer Sonderschau zu Nationalen in Leipzig. Zu Beginn etwas Ausstellungsstatistik:

Es waren 55 Tiere von nur drei Ausstellern gemeldet. Schade für eine Nationale.

Doch nun zu den Tieren. 12 Tiere in schwarz, alle von einem Aussteller. Davon 60% sg und besser. Bezüglich des Rassemerkmales Fächer waren die beiden Tiere die mit V und HV herausgestellt wurden, das derzeit Machbare. Abstufungsgründe waren bei diesem Farbschlag vor allem die Farbe des Gefieders und des Schnabels, sowie Federprobleme (Drehfeder). Glückwunsch und Danke an die ZG Fenzl/Hammerschmid für die Schrittmacherdienste in Schwarz.

21 eisfarbige Seldschuken für eine Nationale waren recht ordentlich. U.Hoffmann fehlte ohne Zweifel in Leipzig.

Von den Hauptrassemerkmalen her sind sie nach wie vor der Spitzenfarbschlag. Auch hier gab es Licht und Schatten. Neben 3xHV (2x ZG Fenzl/Hammerschmid, 1x H. Döppert) gab

es aber auch 2 mal die Note u, beide mit Spaltfeder. Mit nur 2 x Note g  vertreten im Schnitt aber eine super Vorstellung. Mein Glückwunsch für die Spitzentiere.

Eine Besonderheit viel mir auf, dass am Bewertungstag mehrere Tiere den Fächer immer wieder nach vorn überzogen und die Körperhaltung nachteilig dargestellt wurde. Die Haltung ist auf Fotos dokumentiert und wird im Jahresheft mit vorgestellt. Die Höchstnote war aufgrund von rauen Halsfedern und lockeren Bindenfedern nicht möglich. Wo kommt das jetzt so ausgeprägt her? klima- oder zuchtbedingt ? Eigentlich schade.

Doch nun zu unserem neuen Paradepferd schwarz mit weißem Fächer. Ein aparter Farbenschlag der vom Kontrast schwarz/weiß lebt. Eine prima Meldung mit 22 Tieren.

Einen weiteren Qualitätssprung nach vorn, auch wenn das Spitzentier eine Alttäubin war.

Klasse bei diesem Farbschlag die gestiegene Fächerhöhe im Durchschnitt der Tiere. Auffallend war die Unterschiedlichkeit der Keilfarbe. Auch wenn wir uns geeinigt haben, derzeit keinen Wert darauf zu legen, sollten wir es nicht ganz aus den Augen verlieren. Dies gilt auch für die Eisfarbe bei den Vorgenannten.

Im Großen und Ganzen hat die Bewertung Spaß gemacht und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr in Leipzig und Nürnberg. Hoffentlich mit einem weiteren Sonderrichter.

Sonderrichter Frank Fritzsche